Hohe Kostensteigerungen und neue bauliche
Anforderungen machen eine erneute Prüfung
erforderlich.

Die geplante energetische Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ beschäftigt
die Ortsgemeinde Mengerschied derzeit in besonderem Maße. Ursprünglich war vorgesehen, mit den
Umbaumaßnahmen im November bzw. Dezember dieses Jahres zu beginnen.
In der Gemeinderatssitzung am 24. September 2026 wurde das Vorhaben aufgrund der zwischenzeitlich
eingetretenen Entwicklungen kontrovers und ausführlich diskutiert. Im Mittelpunkt standen insbesondere
die deutlich gestiegenen Kosten, zusätzliche bauliche Anforderungen sowie die Entwicklung der
Kinderzahlen.

 

Deutliche Kostensteigerung
Die derzeitige Kostenschätzung für die energetische Sanierung und die geplante Erweiterung liegt
inzwischen rund 75 Prozent über dem zu Beginn dieses Jahres angenommenen Kostenvolumen.
Eine erste bereits erfolgte Ausschreibung eines Gewerks hat diese Entwicklung bestätigt. Das
Ausschreibungsergebnis lag rund 26 Prozent über der ursprünglichen Kostenschätzung für dieses
Gewerk. Vor diesem Hintergrund muss davon ausgegangen werden, dass auch bei weiteren
Ausschreibungen mit höheren Kosten zu rechnen ist.


Hinzu kommen Anforderungen, die sich im Zuge der weiteren Planung insbesondere aus dem Bereich des
Brand- und Rettungswegschutzes ergeben haben.
So kann das bestehende Treppenhaus nach derzeitigem Planungsstand in seiner bisherigen Form nicht
mehr genutzt werden. Deshalb müsste ein zusätzliches Treppenhaus in Form eines sogenannten
Treppenhauswürfels an das bestehende Gebäude angebaut werden. Die hierfür derzeit geschätzten
Kosten liegen bei etwa 400.000 bis 500.000 Euro, inkl. Aufzug und Matschschleuse. Die geplante Größe
und Abmessungen des Treppenhauses resultierten aus den brandschutztechnischen, baurechtlichen und
pädagogischen Anforderungen.


Darüber hinaus müssen die Gruppenräume im Obergeschoss über einen zweiten Flucht- und
Rettungsweg verfügen. Die hierfür erforderlichen Maßnahmen werden derzeit mit rund 200.000 Euro
veranschlagt.


Auch die notwendige Auslagerung der Kinder während der Bauphase verursacht erhebliche zusätzliche
Kosten. Für Container, einschließlich der hierfür notwendigen Erdarbeiten und weiterer vorbereitender
Maßnahmen, werden derzeit rund 350.000 Euro erwartet.
Diese Zahlen stellen nur einige Beispiele der inzwischen erkennbaren zusätzlichen Belastungen dar.


Verantwortung gegenüber der Gemeinde

Die Ortsgemeinde Mengerschied steht damit vor einer schwierigen Entscheidung. Einerseits besteht der
nachvollziehbare Wunsch, die Kindertagesstätte energetisch zu verbessern und langfristig zukunftsfähig
aufzustellen. Andererseits muss die Gemeinde bei einer Investition dieser Größenordnung ihre finanzielle
Leistungsfähigkeit und die langfristigen Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt berücksichtigen.


Auch die Entwicklung der Kinderzahlen muss in die weitere Betrachtung einbezogen werden. Diese sind
perspektivisch rückläufig. Deshalb stellt sich die Frage, ob die ursprünglich vorgesehene Erweiterung der
Kindertagesstätte in dem geplanten Umfang tatsächlich erforderlich ist und ob der damit verbundene
erhebliche Investitionsaufwand unter den derzeitigen Rahmenbedingungen vertretbar ist.


Die Ortsgemeinde hat bereits Fördermittel in Höhe von rund 775.000 Euro zugesagt bekommen. Diese
Förderung ist für die Gemeinde von großer Bedeutung. Gleichzeitig sind mit der Inanspruchnahme der
Fördermittel entsprechende Bedingungen und Verpflichtungen verbunden, die bei der weiteren
Entscheidung berücksichtigt werden müssen.


Zudem ist zu bedenken, dass für öffentliche Nichtwohngebäude voraussichtlich ab 2030 strengere
energetische Anforderungen gelten. Bei einer später erforderlichen Sanierung könnte die derzeit
zugesagte Förderung von rund 775.000 Euro entfallen.


Noch keine endgültige Entscheidung gegen die Sanierung


Der Gemeinderat hat deshalb in seiner Sitzung am 24. September 2026 beschlossen, den bisherigen Plan
zur energetischen Sanierung und Erweiterung der Kita „Sonnenschein“ zunächst zurückzustellen. Damit
ist ausdrücklich keine endgültige Entscheidung gegen eine Sanierung der Kindertagesstätte verbunden.
Vielmehr soll zunächst gemeinsam mit allen Beteiligten geprüft werden, welche Möglichkeiten bestehen,
den Betrieb der Kita „Sonnenschein“ ohne den bislang vorgesehenen Erweiterungsbau dauerhaft
sicherzustellen. Die Verbandsgemeindeverwaltung wurde daher beauftragt, kurzfristig einen Runden Tisch
mit allen an der Kindertagesbetreuung Beteiligten einzuberufen. Der entsprechende Termin ist für diese
Woche vorgesehen. Ziel dieses Gesprächs ist es, die unterschiedlichen Anforderungen und Interessen
zusammenzuführen und gemeinsam eine tragfähige und möglichst einvernehmliche Lösung für die
Zukunft der Kindertagesstätte zu entwickeln.


Wie geht es weiter?


Das Ergebnis des Runden Tisches soll Grundlage für die weiteren Beratungen und Entscheidungen des
Gemeinderates sein.
Dabei soll insbesondere geklärt werden, wie der Betrieb der Kita „Sonnenschein“ ohne den bislang
vorgesehenen Erweiterungsbau dauerhaft sichergestellt werden kann und welche Sanierungsmaßnahmen
hierfür erforderlich und finanziell vertretbar sind
Erst wenn diese Fragen belastbar beantwortet sind, soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.


Transparenz und Verantwortung


Die Ortsgemeinde Mengerschied ist sich ihrer Verantwortung für die Kinder, die Familien und die
Beschäftigten der Kita „Sonnenschein“ bewusst. Gleichzeitig besteht eine Verantwortung gegenüber der
gesamten Gemeinde und ihren Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere bei einer Investition in dieser
Größenordnung.
Deshalb soll die weitere Entscheidung auf einer möglichst breiten und belastbaren Grundlage getroffen
werden. Über die Ergebnisse der weiteren Gespräche und die daraus folgenden Beratungen im
Gemeinderat wird die Ortsgemeinde informieren.


Rainer Stiel, Ortsbürgermeister
Mengerschied, 29.09.2026

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